GründungsGründe

(Entwurf)
Es gibt Gründe und Ziele, die man an Stellen wie dieser, gerne lautstark benennt,
und andere, die man sich selbst nicht gerne eingesteht.
Zu den eher fragwürdigen Gründen könnte persönlicher Egoismus zählen, oder gruppenbezogener Egoismus. Es könnte Eitelkeit sein – oder mangelnde Kompromissbereitschaft mit Vorhandenem.

Jeder, der sich in eine Gruppe, einen Verein, eine Partei oder eine
Bewegung einbringt, wird aus einem Katalog von Motiven
einige besonders betonen.
Bei mir  sind da im wesentlichen zwei Momente, zwei Eindrücke die mich bewegen.
Der eine – es scheint, als wäre das Interesse an Demokratie im Schwinden begriffen, als würden „nationale“ und teilweise sehr radikale  Positionen viel Zulauf finden.

Zum anderen scheint es mir, als wäre der  „soziale Ansatz“ irgendwie verloren gegangen. Politisch und auch gesellschaftlich.
Vielleicht auf Grund der von uns nicht mehr wahrgenommenen Erfolge von sozialen Bewegungen und Parteien.
Vielleicht haben wir es nicht mitbekommen, dass gerade in Deutschland wesentliche soziale Ziele längst erreicht sind, dass Ziele aus dem neunzehnten Jahrhundert in der heutigen Welt – und damit auch an der heutigen Arbeitswelt  –  etwas an den realen Problemen der Menschen vorbei gedacht sind.
Vielleicht aber auch, weil wir „sozial“ zwar oft vom jeweils anderen fordern, aber aus unterschiedlichen Gründen tatsächlich selten selbst verwirklichen.
Oder, so verwirklichen, dass es als „sozial“ kaum noch erkennbar ist.

Beklemmenderweise, haben die „linken“ Parteien, bei denen man eigentlich eine „Zuständigkeit“ für soziale Problematik vermuten würde, an unterschiedlichen Stellen bei Wahlen an Glaubwürdigkeit verloren.
Ob, bzw. wie weit, der behauptete Verlust an Glaubwürdigkeit richtig beobachtet ist,  also stimmt, könnten wir versuchen hier  gemeinsam heraus zu finden.

Hier könnten wir auch versuchen, eigene Vorschläge für „soziale“ Lösungen zu finden,
bzw. vorhandene Ideen zu unterstützen.

Staatsverdrossenheit, Politverdrossenheit, Demokratieskepsis –
und auch Europamüdigkeit haben sicherlich Gründe –
aber, wie ich meine, bieten uns dies keine Entschuldigung die meist noblen Grundideen der jeweiligen Begriffe, kampflos auf zu geben.

 

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