Nautische Titelgestaltung des VORWÄRTS (11/12.2017)

Die „Zeitung der deutschen Sozialdemokraten“ (Selbstbezeichnung) glänzt selten mit feiner Lyrik, eher mit Plattheiten. So beglückt auch die November/Dezember-Ausgabe 2017 (erhalten am 18.12) mit tiefer Weisheit.
Auf der ersten Seite wird ein Bericht über den Bundesparteitag mit:
UNSER KOMPASS FÜR LAND UND PARTEI: DIE INHALTE ENTSCHEIDEN

Ach so. Sonst (oder bisher) spielten Inhalte also eine untergeordnete Rolle. Auch mal gut zu wissen.
Eine Blase drüber, wird ein Bild des Parteitages mit
„Das ist unser Weg: Modern und gerecht“ kommentiert.

Gut, dann ist ja alles klar. Auf in die Koalition!

Das alles findet auf der ersten Seite, auf der „Frontpage“ statt.
Das macht es einem nicht leicht, die Zeitung auf zu schlagen. Aber, wagen wir es.
Auf Seite sechs steht „Die Erneuerung der SPD beginnt jetzt“.
Man fragt sich, hat der „Kreative“ der diese Überschrift verbrochen hat, noch nie was von Dialektik oder von dynamischen Prozessen gehört. Meint er in Ernst, dies wäre die erste Erneuerung? „Erneuerung“ muss ein fortlaufender Prozess sein, nicht etwas was auf einem Parteitag beschlosse
Vor allem aber, um den Slogan der ersten Seite auf zu greifen – was macht die „Erneuerung“ aus, was ist ihr Inhalt?
Der Aufsatz von Claus Leggewie liest sich gut – und ja, es gibt ein paar Lichtblicke, aber irgendwie scheint es, der VORWÄRTS möchte gerne vorwärts, weiß aber nicht wo das ist.

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