Polemik gegen Farbdogmatismus

Behauptungen zur politischen Farbenlehre und richtungsbedingen Vorfahrtregelungen

Bezeichnungen wie „rote“, „grüne“, „schwarze“ oder „braune“ Partei, sind der Versuch, Kategorien der mittelalterliche Heraldik (z.B. Grundfarbe des Schildes/Wappens) in die Iconologie der Neuzeit hinüber zu retten.

Was zunächst wie ein mnemotechnisches Experiment anmutet, statt kryptischer Partei-Selbstbezeichnungen in der Regel emotional hinterlegte Farbnamen, führt in der Folge zu einer Entpolitisierung der streitenden Parteien. Die Auseinandersetzung wird der gesellschaftlichen Positionen beraubt (sozial, liberal, konservativ), die Teilnehmer werden nach Farben sortiert und meist gleichzeitig die Ziele auf Machteroberung oder Machterhalt reduziert.
Über Argumente kann man diskutieren, über Farben nur schwer.

Zu „Farben“ bekennt man sich, wie zur Gefolgschaft von Patrizierhäusern oder Stammesgötzen.
Der konkrete Inhalt der Vorstellung der jeweiligen „Farbe“ besteht nur im jeweils eigenen Kopf – er ist nicht -demokratisch- sondern Ergebnis eigener Filterung, eigener Wertung.
Während Parteien sich meist viel Mühe geben, zu Erläutern was fuer sie „sozial“, „liberal“
christlich oder „konsvervativ“ sein, sind keine politischen Definitionen einer Parteien-Farbenlehre bekannt.  So weit geht noch nicht mal der Banalisierungsmut  der populistischsten Parteien.

So wie man sich mit der eigenen Farbe als zugehörig einer Gruppe bezeichnet, die sich in Zeit und Raum ausdehnt, so entmenschlicht man die Angehörigen einer anderen Farbe zu Mitläufern einer falschen Idee, man entindividualisiert sie.

Da wo von den „Braunen“ oder den „Roten“ gesprochen wird, da schwingen Verachtung bis Hass mit. Gleichzeitig überhöht man die „eigene Farbe“ mit Verweisen auf angebliche Mehrheiten, historische Erfolge oder geschichtliches, zu „rächendes“ Unrecht.

Wer von Farben spricht, spricht nicht von Menschen, nicht von Politik,
er spricht von einer sehr privaten Vorurteils behafteten Weltsicht, sie sich auf die Zustimmung der Gleichgesinnten beruft, als das was man heute gemeinhin im Internetzusammenhang „Echokammer“ nennt.

Ist nun ideologische Farblehre schon ein Übel,  so wird dieses Übel noch übertroffen durch den Stumpfsinn von“rechts-links“ Zuweisungen. Erlaubt die politische Farblehre noch die Illusion von Differenzierung, führt das Aufteilen politischer Positionen in „links“ und rechts zum endgültigen schwarz-weiß politischer Entscheidungen.
Skalierbare Farbabstufungen, werden unter Verlust von Grauzonen in die binäre Logik von „ja/nein“ überführt, es zählt nur noch das „ihr oder wir“,  das  „für oder gegen“ uns.

Dies alles einsehend, wissend, bejahend, wird auch diese WebSite weiterhin aus Deko-Gründen mit „Farben“ spielen und aus reiner Rechthaberei in „links“ und „rechts“ einteilen.
Mit einem Wort  –  es ist ein Elend!

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